»Prediger und Katechet« ist die älteste und auflagenstärkste Predigtzeitschrift im deutschsprachigen Raum.
Sie bietet homiletisch qualifizierte Hilfen für alle in der Verkündigung Stehenden: Priester, Pastorale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, mit diesem Dienst beauftragte Laien.
Unsere aktuelle Ausgabe 5/2026
mit folgenden Beiträgen:
Wort an die Leser
Kerstin-Marie Berretz
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
der Spätsommer ist angebrochen und damit die Zeit der Ernte. Jetzt kann man in vollen Zügen genießen, worum man sich im Frühjahr und Sommer gekümmert hat, was man angelegt, gehegt und gepflegt hat. Jetzt ist die Zeit, all das Gute, was um einen herum wächst, zu genießen und zu verkosten.
Einer, der jetzt auch verkosten darf, was er sein Leben lang ausgesät, gehegt und gepflegt hat, ist Konrad Baumgartner, der von 1971 bis 1986 Mitglied der Prediger und Katechet-Redaktion war. Er ist am 15. März 2026 im Alter von 85 Jahren verstorben und darf nun die Fülle Gottes schauen.
III. Lesepredigt: Schlüssel schultern (Jes 22,19– 23; Mt 16,13–20)
Es gibt in der deutschen Sprache die Redewendung »etwas auf die leichte Schulter nehmen«. Gemeint ist damit, dass ich eine Situation oder eine Angelegenheit nicht besonders ernst nehme, sie unterschätze oder gar verharmlose. Wenn ich dagegen »etwas schultere«, dann übernehme ich Verantwortung, bewältige eine schwere Aufgabe oder trage eine schwere Last.
Ein Schlüssel ist erst einmal keine so schwere Last; mancher Schlüsselbund ist höchstens schwer und unförmig, wenn mehrere Schlüssel dran hängen. Ein Schlüssel ist aber unbestreitbar wichtig. Wer schon einmal verzweifelt in der Jackentasche den Autoschlüssel gesucht hat oder den Wohnungsschlüssel in der Handtasche, weiß das. Einen Schlüssel brauche ich, um aufzusperren oder zu schließen. Wenn mir ein Nachbar einen Schlüssel anvertraut, damit ich in dessen Urlaub das Haus oder die Wohnung hüte, dann genieße ich großes Vertrauen. Ich habe auch eine große Verantwortung: Ich muss für das Haus oder die Wohnung sorgen, sie gehört mir nicht, und ich möchte sie unbeschadet wieder übergeben können.
KASUALIEN | HEILSZEICHEN: BEAUFTRAGUNG UND AUSSENDUNG
Franz-Josef Overbeck
I. Eine befreiende Botschaft in bedrängter Zeit (Mt 10,26–33)
Es geht um den Frieden
»Der Friede sei mit dir!« Das werde ich euch, liebe Firmandinnen und Firmanden, zusprechen, wenn ich euch gleich firme. Am Ende steht der Friede. Darum geht es. Christen sind zu erkennen daran, dass sie friedfertig sind, dass sie für Solidarität einstehen und sich von allem abwenden, was Streit, Zwietracht und Not hervorbringt.
Wenn ich euch den Frieden zuspreche, reiche ich euch dabei meine Hand. Wenn Menschen sich die Hände reichen, können sie nicht gegeneinander kämpfen. Der Friede ist diese Brücke zur Freundschaft, zur Verbindung und Verbindlichkeit untereinander. Genau darum geht es im Christsein: Menschen des Friedens und für den Frieden zu sein, einander die Hände zu reichen und in Freundschaft miteinander zu leben.