»Prediger und Katechet« ist die älteste und auflagenstärkste Predigtzeitschrift im deutschsprachigen Raum.
Sie bietet homiletisch qualifizierte Hilfen für alle in der Verkündigung Stehenden: Priester, Pastorale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, mit diesem Dienst beauftragte Laien.
Unsere aktuelle Ausgabe 3/2026
mit folgenden Beiträgen:
Wort an die Leser
Peter Seul
Liebe Leserinnen, liebe Leser!
Was Ostern bedeutet, das kann man nicht an einem Tag ausschöpfen, selbst eine Woche reicht nicht. Sieben mal sieben plus einen Tag feiert die Kirche Ostern. Diese Zeit ist geprägt vom häufigen Singen des Hallelujas, und während dieser ganzen fünfzigtägigen Zeit brennt die Osterkerze im Kirchenraum in den gottesdienstlichen Feiern. Sie ist ein Zeichen für den Auferstandenen, für Jesus Christus, der als das Licht der Welt die Finsternis des Todes überwunden hat.
Umfragen zufolge haben nicht nur aufgeklärte Zeitgenossen Probleme mit der Osterbotschaft, sondern auch relativ viele katholische Christen. Der Zweifel an der Auferstehung aber ist kein Phänomen der Neuzeit, sondern so alt wie der Auferstehungsglaube selbst. Diejenigen, die am stärksten gezweifelt haben, waren die Apostel. Sie konnten die Auferstehung nicht glauben.
Ostern. Alles wieder hell und klar. Christus ist auferstanden, er ist wieder da. – Das ist nicht die Osterbotschaft. Jedenfalls nicht die des Evangeliums. Das Osterevangelium erzählt in Wirklichkeit die Geschichte einer Krise nach. Es ist der Schock eines doppelten Verlustes. Denn Jesus wird gleich zweimal verloren. Auf Golgota – und in dem Ereignis, dass die Christen später »Ostern« nennen werden. Was an der Schädelstätte geschehen war, ist furchtbar schrecklich – aber vorstellbar. Was an Ostern geschehen war, ist schlimm und völlig rätselhaft. Das ist ein Doppelschlag. Nicht nur, dass Jesus tot ist. Er ist nicht einmal als Toter da.
»Sie haben meinen Herrn weggenommen und ich weiß nicht, wohin sie ihn gelegt haben.« (Joh 20,13) Steht Maria von Magdala in ihrer Trauer völlig neben sich und ist verwirrt? Ist das törichtes Geschwätz, was die Frau behauptet? Die Männer, Petrus und Johannes, gehen nachsehen und prüfen das. Aber da ist nichts. – Eben: Da ist nichts!!!
»… nur die Sehnsucht entdeckt, was ihr Erfüllung sein könnte«
Leitmotive der Theologie Jürgen Werbicks – Versuch eines Porträts
Vorbemerkung der Redaktion: Es ist im puk sonst nicht üblich, Jahrestage verdienter Mitwirkender zu erwähnen; mit dem folgenden Beitrag weichen wir von dieser Regel bewusst ab: In den Zeitraum des vorliegenden Heftes fällt der 80. Geburtstag von Jürgen Werbick, der seit einem halben Jahrhundert das Profil des puk nachhaltig mitgeprägt hat. Vor genau 50 Jahren erschien dort seine erste Predigt, der unzählige weitere Beiträge und eine langjährige Mitgliedschaft in der Redaktion folgten. Dieses »doppelte Jubiläum« ist nicht nur Anlass für den folgenden Essay von Martin Rohner, der Leitmotive der Theologie Jürgen Werbicks porträtiert. Obendrein erscheint in diesen Wochen ein Band mit ausgewählten puk-Texten Werbicks, für den wir gerne Werbung in eigener Sache machen möchten: Jürgen Werbick, Vom Anfang, der nicht aufhört anzufangen. Stationen verheißungsvollen Glaubens, hrsg. v. Siegfried Kleymann, Martin Rohner u. Stefan Walser, Ostfildern: Grünewald 2026.
(Werk-)Biographische Stationen
Jürgen Werbick wird am 26. Mai 1946 im unterfränkischen Aschaffenburg geboren und wächst während der Nachkriegsjahre in der Oberpfalz auf. Sein Theologiestudium in Mainz, München und Zürich fällt in die Jahre, die kirchlich durch das Großereignis des Zweiten Vatikanischen Konzils und gesellschaftlich durch die politisch-kritische Sensibilisierung der »68er« geprägt sind. Beides bestimmt auch Werbicks Weg maßgeblich mit. 1973 wird er bei Heinrich Fries in München zum Doktor der Theologie promoviert mit einer Arbeit über den evangelischen Theologen Gerhard Ebeling. Zur von Anfang an ökumenischen Prägung Werbicks gehört notabene auch, dass etwa Wolfhart Pannenberg in München zu seinen Lehrern zählt. Nach zwei Jahren als Pastoralassistent zieht es Werbick endgültig in die Wissenschaft: Er wird in München Assistent bei Erich Feifel am Institut für Praktische Theologie, 1981 erfolgt die Habilitation für die Fächer Fundamentaltheologie und Ökumenische Theologie.